Do, 12.05.05
Das Spiel ist aus, Niederlage! Geschlagene viele Stunden wurde in den Geschäftsräumen des Kosmonautenbureaus in der Euphemismenkiste gewühlt, um den neuerlichen Spielgewinn der Titelanwärter angemeßen zu würdigen. Doch - alles schon benutzt: Riesig ärgerlich. Die Folge: unvorstellbare Szenarien in den Bureaus der Verantwortlichen. Cd`s wurden getoastet, freilaufende Katzen mit waßer-getränkten Hängematten gepeitscht und die Fenster des gegenüberliegenden Kampfsportvereines mit dem frechen Slogan "Gabel, Schere und ein Topf - wer sportlich ist, ist krank im Kopf." besudelt. Kurze Zeit später erreichte ein Protestschreiben des arbeitslosen Bahners Günther K.ski., der vermeintlichen Brandschatzer gesehen haben will, das Sekreteriat. Seine mit Nachdruck formulierten Worte blieben nicht ohne Wirkung. Die mit krakeliger Schrift geschriebenen Zeilen "Das das hierzulande möglich ist, ist unvorstellbar. Das ist wie damals, mit dem Dutschke. Sie Schweine!" veranlaßte Cobra zur sofortigen Selbstanzeige. Wie auch immer, viel Aufregung um nichts. Der anschließend ausgerufene Ideenwettbewerb brachte leider auch nicht die so dringend benötigten und vor allen Dingen maßlosen übertreibungen. Dabei war die Aufgabenstellung mehr als deutlich: "Gesucht: Wörter, am Besten in adjektivischer Form, gerne aber auch mal ein Substantiv, die durch ihren Klang, ihr Gehalt oder ihre Absurdität ein Ereignis beschreiben, das zu groß für das menschliche Gehirn ist." An dieser Stelle vielen Dank an die 10e der Waldorfschule Karlsruhe-Durlach, aber "sonnenfeuerstrahlig" akzeptieren wir nicht. Es gibt bekanntlich nur eine Sonne, und die scheint orange. Ihr Pfeiffen. Also an alle: Weitermachen. Denkt euch Wörter aus, schickt sie uns oder wem ihr wollt, malt ein Bild oder markiert unmarkierte Gläser mit 4 1/2 cl Markierungen. Wörter, die doof sind, werden prinzipiell nicht angenommen. Fitze, fitze, Fazit: In einem -m Spiel - die - eingestellte Manschaft den FC Okay. Taktisch - und konditionell - setzten sie den Gegner früh uaaaa... Chrrrr....



So, 01.05.05
"Stillstand ist der Tod. Geht voran, bleibt alles anders" stammelte vor einigen Jahren ein untersetzter Schrumpfgermane aus dem Ruhrgebiet. Getreu diesem Motto bestritt das Kosmonautenbureau von 1917 e.V. sein zweites Ligaspiel gegen Turbine Torhagel. Schon seit längerer Zeit ist bei uns Kosmonauten die frappierende Ähnlichkeit mit dem FC Chelsea nicht mehr zu leugnen. In beiden Fällen setzt das Vereinsmanagement auf eine blutjunge Truppe voll erlesener Schönheiten, beide Teams laufen in knacke-geilen Einteilern auf und ebenso wie unsere britischen Kollegen werden auch wir durch unglaublich mächtige und einflussreiche Hintermänner aus dem Osten (beinahe schon) fremdgesteuert. Bei uns sind es derer sogar zwei. In den weitgestreckten ost-lettischen Latifundien unseres Mäzens "Roter Ottober" wird seit Menschengedenken die orangene Seide hergestellt, die unsere (gold-durchwirkten) Trikots erst zum Leuchten bringt. Mäzen Numero Due hingegen - "Luis der Schreckliche" - erteilte bisher lediglich taktische Anweisungen über einen Knopf im Ohr des Trainers (versteckt unter einer Mütze; nicht zu sehen, aber klarer Fall) direkt in dessen Hirn und von dort über die vielgerühmte Carlberg'sche Synapsenschaltung gleich weiter bis aufs Spielfeld. Bisher. Beim Spiel gegen die Turbinen sollte alles anders sein. Chefcoach Benedetto Carlberg konnte aus erotischen Gründen nicht persönlich am Platz sein; dafür traf Mitte der zweiten Halbzeit völlig überraschend bereits erwähnter Luis im Stadion ein - die Verwirrung war komplett. Die sich ihrer prekären Beschäftigungsverhältnisse durchaus bewusst seienden Kosmos-Spieler (Vertrags-Auszug § 1.A: Spielt der Spieler schlecht, gibt's total dolle Ärger von allen anderen. Bis einer weint.) verkrampften aus verständlichen Gründen völlig. Beinahe schon folgerichtig gerieten wir prompt in Rückstand. "Luis der Schreckliche" machte seinem Namen alle Ehre und seiner rasenden Wut Luft. Die Kosmos-Boys spielten - so der humanistisch gebildete Ost-Titan - "einem Knaben gleich, der Disteln köpft." (Goethe, "Prometheus"). Dieser Bescheid traf uns voll. Das 2:0 der Turbinen war somit nur noch eine Frage der Zeit, fiel 10 Minuten vor Schluss und brach uns das vielzitierte und ohnehin schon ausgesprochen schmächtige Genick. Luis tobte und konnte nur durch das sofortige Eingreifen des gewohnt souverän agierenden Mannschaftspsychologen el Trösterino davon abgehalten werden, einige zufällig am Spielfeldrand Blumen pflückende Kinder der umliegenden Nachbarschaft zu schlachten. In rasender Panik versuchten einzelne Kosmonauten zu fliehen bzw. waren aus unerfindlichen Gründen gar nicht erst erschienen - es nützte alles nix. Der Abpfiff setzte dem potthässlichen Treiben der Raumfahrer ein vorläufiges Ende; Mittwoch ist Straftraining. i.A. Timeuse (für Papa Coach)



Di, 26.04.05
„Los geht’s“ - „Ποεxaπξ!“ krakeelt es dumpf aus dem Innern der Kapsel, als sich durch den Schub der fünf gigantischen Triebwerke der Wostok Gagarins Lunge und Dünndarm - ein Glück, nicht zum ersten Mal! - begegneten: Der Mann hatte ja eine irre Routine. Aber auch er fing einmal ganz, ganz klein an. Nach embryonaler Ruhephase (1934-1934), wurde er 1957 flugs zum Leutnant befördert bevor er ein Star wurde.
Ich wählte das Stilmittel des biographischen Abrißes aus einer Laune heraus, die ich weder begründen kann und will. Sie transportiert jedoch - und jetzt kommt der springende Punkt - eine Nachricht. Nämlich: aus dem Wurf einer Kolchosebäuerin wurde ein richtiger „bolschewistischer Sternenvolkvergewaltiger“ (Knopp). Eine Transformation also, wie die Raupe zum Adler, bzw. Waßer zum Gewürztraminer. Das kriegt nur niemand mit, weil das immer so lange dauert, Jahre manchmal. Wenn aber mal was plötzlich paßiert, und das auch noch nur einmal in Billionen von Jahrtausenden, sich zum Beispiel eine schwarze Scheibe vor die Sonne schiebt, dann glotzt die Welt.
Nun geschah jedoch nichts vergleichbares, nein, es geschah etwas überragendes, etwas nie für möglich zu haltendes. Alle Scheiben des Weltalls schoben sich gleichzeitig vor die Sonnen des Kosmos und dennoch war es hell - allerdings mit leicht orangenen Farbenspiel. Und geglotzt haben sie! Kurzum, das Kosmonautenbureau legte fulminant eine Siegeßerie auf’s Parkett, gewann das Testspiel, schließlich auch das erste Ligaspiel und positioniert sich mit neuem Selbstbewußtsein auf dem dritten Tabellenplatz.
Jeder erwartet nun Spielberichte. Da mir die Worte fehlen, und ich zugegebener Maßen die Winterpause etwas verkommen bin, ziehe ich den riesigen Jutesack mit Post heran und greife willkürlich hinein.
Mein Trainerkollege der SpVgg Wurstbonbon berichtet auf marmoriertem Elephantenpapier: „Mi chiamo Christoph. Sono di Castrop-Rauxel.“ Schön Christoph. Erfreuliche Nachricht auch von den Klitschko-Brüdern: „Wenn die Le Trust noch einmal in unsere Gestebuch schreibte, daß wir nur „kleine Kretinos mit überzogener Selbstwahrnehmung und kleinen Pullermännern“ sein, nehme wir seine Angebot von Prugel-Treffen in Marburg an. Und außerdem haben wir niecht sein Buch“. Wie auch immer, hier nun endlich etwas Sachliches. Uwe Seeler schrieb begeistert: „Das Kosmonautenbureau hat endlich aufgehört, die Schlappohren hängen zu laßen. Ich sage dem Team eine rosige Zukunft voraus, spieltechnisch wie auch menschlich. Großartig.“ Die 964-seitige Glückwunschbekundung von Fidel Castro kann hier nur im Auszug wiedergegeben werden: „Viele auf der Welt wißen sehr wenig über das Kosmonautenbuerau und können Opfer der Lügen und des Betrugs werden, welche die Regierung der Vereinigten Staaten über die ihr zur Verfügung stehenden riesigen Maßenmedien verbreitet. [...] Das Bureau ist als Botschafter des revolutionären Freiheitsfußballs herzlich eingeladen, zeitlich unbeschränkt, mein Gast zu sein.“
Zum Preßespiegel: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung trifft den Nerv genau: „Die Mannschaft mit dem linksgerichteten Namen kann nur durch Siege an der Tabellenspitze bleiben“. Die TAZ relativiert: „Links von den Kosmonauten ist nur noch der Wald. Das reicht für den Titel.“ Ganz andere Töne schlägt die Sport-BILD an: „Bumm. Geil.“ Für einen Zweispalter reichte es dagegen nur in der zweitgrößten Marburger Zeitung: „Qualitativer Fusbal wird bei den Kosmonauten Groß geschrieben.“ Die Szenen nach dem Spiel gibt die WELT wieder: „Eine Welle der Emotionen riß die Menschen mit. Fremde lagen sich in den Armen und es wurde geweint. [...] Die Welt hat wieder ein Vorbild.“ An dieser Stelle schließe ich und gebe der Welt noch folgendes mit auf dem Weg: Rechnet mit uns!







Do, 14.07.04
Aus, Schluß, vorbei - Mit einem spielend leicht erkämpften 7:1 gegen Fleckenbühl endet die Saison für unsere Kosmonauten im idyllischen Reddehausen oder so ähnlich. Nach dem Spiel, zu dessen Ergebnis mit erstaunlicher Leistung "Matthis der Tröschter", Raoul Ott, dessen Name auf ausdrücklichen Wunsch fortan nicht mehr genannt sein soll, und noch so manch andere Linksfüßer (allerdings zwei davon) beitrugen. Durch zahlreiche Attacken von außerhalb, unmoralischen Angeboten und verdorbene Südfrüchten wurden wir unter Druck gesetzt, ließen uns aber nicht aus unserem bewährten Konzept bringen. Die Rechung ging auf!
Denen, die glauben, dass wir aufgrund der unbedeutenden Nullrunde aufgeben, sei gesagt, dass ich an dieser Stelle vertraglich verpflichtet bin, Optimismus zu streuen. Hätten wir nämlich einfach mal 20 Ocken weniger kassiert, hätten wir glatt ein besseres Torverhältnis als z.B. Banana. Mehr Tore geschossen haben wir ja! Lediglich unsere Abwehr ist, nun, sagen wir löchrig. Wie ein Haarnetz. Oder ein Käscher. Fest steht, Raoul Ott, äähhh, ich meine 'Cobra' wird als Abwehrchef dafür büßen. Die entsprechenden Schritte (schlurfend!) sind eingeleitet.
Weiterhin sei hier erwähnt, dass wir uns sehr über (nicht seltend mit orthographischen Schwächen versehene) Gästebucheinträge frustrierter Shopping-Mall-Studierenden freuen. Sie trösten uns erheblich über unsere erwartete Arbeitslosigkeit und dem nicht zu vermeidenden Elend hinweg. Dieses anonyme - Verzeihung - Onanieren in unser schönes Gästebuch, definitiv das Beste der Liga, wärmt uns mehr als jedes Lagerfeuer. Daher zögern wir nicht und fetten unseren naturgegärbten Lederball, der ausschließlich aus der Haut antiautoritär erzogener Kühe von Wind-und-Wetter-gezeichneten Händen gefertigt wurde, um ihm im Umsonst-Laden anderen Ballspielkollektiven zur Verfügung zu stellen.
Da diese pöbelnde Individuen, deren menschliche Seite wir dennoch achten, eine Minderheit darstellen, und wir jegliche Minderheit mit größtmöglichem Einsatz fördern, bieten wir diesen hiermit - symbolisch - die Brust. Ich denke, der Mangel in der post-natalen Zeit wird sie durstig zu uns treiben.
Bei allen anderen bedankten wir uns für faire und kämpferische Spiele und sportliches Verhalten auch außerhalb. Ein Großfeldspiel gegen den FC Bülent könnte in Planung gehen.
So, jetzt darf sich jeder noch einen Apfel aus Eigenanbau nehmen, und dann geht’s ins Bett.

Für immer: BC



Di, 15.06.04
Sagenhaft, wunderbar, delicious - Zack, Bumm, Donner. Einer nach dem anderen wurde in den letzten zehn Minuten unseren Freunden der "Internationale" vor den Latz gedonnert. Ganze fünf Eier haben sie bekommen (Torschützen: Beben, Toll! Tiemo, Toll! Daniel, Toll!), mehr als die ihrige vierte Sektion bei den Europawahlen. Allerdings: Zack, Bumm, Donner hoch zwei für uns. Wie immer, volles Programm. Aber: bestes Spiel der Saison, Steigerung, Dings, blablabla. Doch hüten wir uns davor, offen zu sprechen. Man bestaune das Torverhältnis: 17:34 (dicht gefolgt von den Füßen mit 18:23)! 34 Stiche ins Herz. Ist das ein Indiz für eine miserable, grottenschlechte, blinde, potthäßliche Abwehr? Genau in diesem Moment tippt mir der feuchte Finger unseres neuen Kieler Generalsupervisionsintendanten auf die Schulter. Schon wissend, welche relativierende Brühe sich über mir ausschütten würde, lenke ich schnell ein, und sage an dieser Stelle: Ne in! Schlecht würde ich nicht sagen, vielleicht unkonzentriert, schließlich schleppen unsere Spieler ja auch u.a. die Problematik des ungerechten Gesellschaftsaufbaus und auch ein bißchen Weltschmerz mit sich herum. Es sind eben Denker. Von daher kreuzte ich auch bei der kursierenden Bunte-Liga-Umfrage bei der Frage, ob wir die Spiele ernst nehmen "Eine Niederlage ist kein Weltuntergang" an. Wenn man sich mal vorstellt, wie viele Eimer Wasser in den Nil passen... da sind unsere Niederlagen direkt mal nichts gegen. Alles eben eine Frage der Relation. Soeben weiten sich oberhalb der Brille die Augen des nordischen Chefdramaturgen und ein stählerner Blick fixiert erst mich, dann die Tastatur. Die vorgeschobenen Lippen öffnen sich einen Spalt, die Augen schließen sich für einen kleinen Moment, während ganz weich, ganz onkelhaft "schreib was nettes" erklingt. Da ich jetzt aber dringend weg muss, lasse ich einfach hier unten etwas Platz für positive Gedanken. We r mag, kann sich ja was schönes, was nettes dahin denken.

Es grüßt: BC



Sa, 05.06.04
Wie verloren so zerronnen - "Er flog empor, als ob er Flügel spürte, / und sein erleichtertes Gefühl verführte / ihn zu dem Glauben seiner Vogelwerdung." So also Rilke. Zu dem Glauben der Vogelwerdung verführte die wieder einmal beschauliche Leistung unserer Kosmonauten sämtliche Zuschauer und sogar uns selbst. Wären wir alle gerne stolze Weißkopfadler, Mäusebussarde oder Goldbachstelzen gewesen, fühlten wir uns doch wie Enten, die so tun, als würden sie abheben um dann mit verkümmerten Flügelbewegungen plump auf den Boden zu fallen und dabei wie Onkel Dagobert mit Durchfall zu quaken. Ein Blick auf den Rechenschieber mit den ganz abgenutzten roten Kügelchen zeigte, dass es einmal wieder nicht gut um uns stand, doch da, so wunderbar wie eine jungfräuliche Geburt, durfte am Ende auch noch ein blaues Kügellein verschoben werden. Also stand es am Ende ca. 1:6 anti nostrum, die Wurstbonbons freuten sich, während wir Vogelwerdung machten. Besonders pikant: sie gewannen, obwohl ihr Superstar "Alpi" nicht da war. Der hätte uns einbeinig mit verklebten Augen und Großmutter am Schlüsselband fertig gemacht. Sagen die. Ich sage: Spekulationen. Denn hätten Zidane, Beckham, Micoud, Kahn, Ailton und Seeler bei uns gespielt, dann... Zudem hätte es für die Wurstbonbons von der FIFA Punktabzug geben müssen, da der gegnerische Trainer unvorschriftsgemäß im purpurnen Seideneinteiler erschien. Einen richtigen Geheimtipp, die bescheidene Spielart der Weltallbeamten betreffend, hatte sodenn auch gleich T. Rink parat: einfach die richtig Guten nach hinten und die auch Guten nach vorne. Mit Verlaub, diese Taktik ist so nützlich wie eine Rolle Rauhfasertapete im Fahrstuhl.
Fazit: Wurstbonbons verdiente Gewinner, Kosmonauten unverdiente Verlierer und verdiente "Herzensammler" - im Caritas-Ranking sicher schon vor den traurig guckenden Kindern auf Bahnhofsplakaten.
Doch was bleibt für die Zukunft? Da die laufende Saison vermutlich punkttechnisch genausoviel hergibt wie eine 90-Jährige Muttermilch, müssen sich unsere Planungen auf nächste Saison konzentrieren. Es gibt meinerseits zwei Modellvorschläge:
a) Eliten-Mannschaft, bestehend aus den acht besten Spielern mit der gleichen Kurzhaarfrisur. Prämiengeld (gesponsert von: Deutsche Bank – Die Beraterbank). Training 14 x die Woche. In Yakutsk.
b) SpielerInnen-Geselligkeitseinfindungen. Kader wird auf 40+ Menschen erhöht. Torwartposten rotiert aufgrund beengend-zwingenden Strafraums. SpielerInnenkinder sind zu Stroh- und Kastanienspielen beim SpielerInnen-Hort willkommen. Zum Fetawurstgrillen auf dem Spielfeld kann das Gesellschaftsballspiel unterbrochen werden. Ein buntes Rahmenprogramm mit FeuerspuckerInnen, JongleurInnen und Bands mit saxophonspielenden Müttern und Vätern ergänzt das gesellige Ereignis in der anliegenden Zeltstadt. Jargonausdrücke wie "Pass" und „Schuss“ sind durch Mehrdeutigkeit und Verständnisproblematik im breitest denkbaren Gesellschaftsspektrum zu meiden. Treffversuche auf das Tor sind quotiert zu regeln. Kleidung ist nichts, frei sein ist alles. Der Trainerposten im heutigen Verständis existiert nicht mehr. Die SpielerInnen organisieren sich durch Absprachen. Es können durchaus auch mal alle zum gleichen Zeitpunkt spielen. Je nach Schwingung.

Mit einem ganz besonderen Gruß an Frau Crostewitz verabschiedet sich überschwenglich winkend,

PC



Do, 20.05.04
"Eine völlig andere Medienlandschaft" - Unbestritten sind insbesondere die neuen Bundesländer sportlich gesehen unter Zugzwang: der FC Sachsen spielt (abstiegsgefährdet) in der Regionalliga, die Feierabendtruppe der Cottbusser ist nur bis nach Eisenach bekannt und ist selbst der ARD zu hässlich, die Rostocker Stockrocker gewinnen nur durch Hilfe von Maxe. Daher sind gerade traurige Bürger, die, ähnlich wie in Lettland, auf Fußball als das sie am Leben erhaltende Seelenheil angewiesen sind, durch die Gräue ihres Lebens zur Eigenintiative aufgerufen. Also nahm sich ein Puschwitzer Mitbürger, nennen wie ihn Gregor, ein Herz, und rief die Internetseite www.die-sachsen-kommen.de ins Leben. Dort wird nun auch unter der Rubrik "Sportler und Astronauten" prompt der ganze Stolz präsentiert, den der Freistaat (oder für Fremdwortliebende Sachsen auch "république") in seiner schillernden Vergangheit auf die Erde warf: Siegmund Jähn, "Rotzfänger" Jens Weißflog, Kathi Witt und ... Achtung ... Michael "der" Ballack. Na so was. Der Ballack. Die-Sachsen-kommen. Nun wird aber selbst Gregor nicht entgangen sein, dass der Ballack gerade ja in der Kritik steht. Mike, Gregors Sohn, würde sagen: der kricht Schümpfe vom Ottmar. Richtig unangenehm wird der Ottmar, und zwar nicht nur zu Ballack, sondern auch zum ganzen Rest. So, jetzt kommt der Schlüssel: Bayern = Kosmonautenbureau. Doch seht selbst ("die Bremer" sei in einer dem Kosmonautenbureau adaptierten Version durch "der Rest" zu ersetzen):

"Als wir am Anfang der Saison viele Verletzte hatten, kamen wir ein wenig in Rückstand in der Tabelle. Wir sind es nicht gewohnt, die anderen zu jagen. Wir sind es gewohnt, die Gejagten zu sein. Außerdem haben wir eine andere Medienlandschaft als die Bremer. Wenn die mal verlieren, kräht kein Hahn danach, und wenn wir verlieren, haben wir eine Woche Theater. Das hinterläßt Spuren bei einigen Spielern."

Noch Fragen?

PC



Do, 13.05.04
Stellungnahme zum Doch-Dagewesensein der Spieler am Mittwoch Abend - Gleich zu Beginn: das Verärgernis des Füße ist nachzuvollziehen, DENNOCH sollte die ganze Chose auch aus unserer (Retro-)Perspektive betrachtet werden.
1.) Der Wetterbericht sprach gegen das Spiel: große Temperatur- und Feuchteunterschiede auf engem Raum sorgten in der Nähe eines Gewitters dafür, dass aus einer Wolke ein Rüssel zum Erdboden hinaus wuchs. Dort wirbelte der Tornado Sand und Staub auf. Solche kleinen Wirbelstürme treten auch in Mitteleuropa immer mal wieder auf (ZDF-Text S. 746). Zudem wären wichtige Spieler nicht spielbereit gewesen, u.a. Rink, dem nach einem Bluttest ein erheblicher Bilirubin-Wert (Hinweis auf einen Aufstau von Gallensekret oder Leberbeschädigung) nachgewiesen werden konnte/musste, sowie Klapp, der zwar körperlich anwesend war, bei Blickkontakt jedoch ständig zurückschreckte und seinem Gegenüber schelmisch "Jalla, Jalla, mi a buelo viene de un pueblito de Granada" zurief, um anschließend mit gespieltem Hunger von einem der 10 Brötchen abzubeißen, die er sich an jeden einzelnen Finger gesteckt hatte. Ein Fall für den (geduldigen) Seelenonkel Ott. Le Trust hingegen war einmal wieder unentschuldigt abgereist um "Mozart - das Musical" endlich auch mal in der Zweitbesetzung zu sehen (jetzt fehlt nur noch Les Misérables sowie König der Löwen in seinem Bonuspunktesammelheft - es winkt als Prämie immerhin eine Tagesreise zum Schloss Neuschwanstein).
Wie auch immer. Auf ein Neues am kommenden Dienstag, wenn alle wieder gesund sind, ihre Brillen gefunden und die Klettschuhe zugemacht haben.

Ich.



Mo, 10.05.04
Das Ungleichzeitige des Gleichzeitigen - während unsere Leistung besser wird, sagen wir es offen, gewinnen wir noch immer nicht. Jetzt ist es Zeit für Analyse. Ich habe dazu ein kleines Gedicht verfasst. Ähem. Also. Folgendes:

ball ins tor
roquefort (lecker)
pass zurück!
für dein glück
komm, mach mit
heißer ritt
wirst schon seh’n
wir besteh’n!

wießt du denn
wie`s geschieht
wie es kommt
dass wir...
ja was denn?

lasst uns ackern,
schlafen, schuften
uns auf ackerInnen
abrackern
und genießen diese gabe
orangene Fahne auf dem stabe
rammen in den boden
aus dessen wir den sieg hoben (zukunft).

Ende.



Mi, 05.05.04
Taktische Vorgehensweise vs. praktische Heimatweise (Tölzer Knabenchor) - Für das nächste Spiel am kommenden Freitag (vermutlich) mögen hier folgende strategische Varianten (wahrscheinlich nur Überlegungen) präsentiert sein: Abwehr hinten, lauf rechts, Flanke (vorsicht!!!), Linie, Seitenwechsel, Del Piero, Tor, Jubel, Sieg. Andere Variante: Abwehr hinten (vermutlich), Timeuse rein (rutschend), außen vorn, zack, Latte, Nachschuß, Tor, Jubel, Sieg. Andere Variante: Abstoß, sieht weit aus, getäuscht, angenommen, Rückpaß, Weitschuß, sieht weit aus, kommt aber direkt davor runter, abgezogen (mehr Schienbein als Spann), Hacke, Tor, usw. Allerdings kann uns auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Dann mehr über links und Regenschirme mitbringen. Und gute Laune.

Trainer



Mo, 03.05.04
Gutes Spiel, unglückliches Ende - Mit einer 250%igen Leistungssteigerung spielte die Auswahl der Kosmonauten gestern gegen Banana Marburg, eine gut kombinierende, aber etwas wehleidige Mannschaft, denen der Sieg für ihre unzähligen Leiden hiermit gegönnt sei. Die erste Halbzeit hätte durch ein Quentchen mehr Hanno, Buzzz-Tie, Fortuna u.a. für uns entschieden werden können, so ratz-fatz wie der Anschlusstreffer fiel hätte auch der Ausgleich kommen müssen. Dennoch ein großes Hurra an den Neruda-Sturm und vor allen Dingen Buzzz-Tie für die Traumtore. Weiter so. Während des gesamten Spieles brillierte Buzz "Gemse" Aldrin, der dennoch durch eine unachtsame Abwehr, in der übrigens Gallo Pinto und Timeuse ein kämpferisches Spiel boten, einige Einschüsse im heimischen Gefilde hinnehmen musste. Zum Schluss jedoch brachte Ottober, der von mir wohlwissend als Abwehrchef eingewechselt wurde, Ruhe in die etwas zerfranste Verteidigung. Die wichtigste Fests tellung jedoch: Wir wurden unterschätzt, wie ich es nach dem kürzlich nie stattgefundenen Freundschaftsspiel gesagt hatte. Zudem wurden wir durch grandiose Fans begleitet, die die gegnerischen Fans von Banana (Stückzahl: 0) in die umliegenden Büsche gebrüllt hätten.
Der Sieg naht!

Chef



Do, 29.04.04
Das Trainingslager wurde erfolgreich absolviert - Während im entfernten Rumänien das historische Weltmeisternachfolgeteam des Deutschen Fußballbundes gestern Abend unglücklich mit 5:1 verlor - ich rief Rudi direkt nach dem Spiel an und habe ihm gesagt: "Rudi, das ist kein Beinbruch, das ist eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt. Schließlich war das gegen Ungarn ja mal ähnlich, und dann seit ihr ja auch Weltmeister geworden, also nicht du, Rudi, aber du weißt schon worauf ich hinaus will..." - stand bei uns Kosmonauten beinhartes Training auf dem Programm, zu dem sogar ein Teil des Kaders erschien. Lediglich Luis "Callas" Klapp weigerte sich anfangs, meinen Anweisungen folge zu leisten, nach diversen körperlichen Züchtigungsmaßnahmen jedoch roch er nach dem Training so derb nach Arbeit, dass man meinen konnte, das Verfallsdatum seines Chanel-Duftes sei überschritten. Noch rabiatere Maßnahmen werden von der Clubführung voraussichtlich gegen Timeuse verhängt, der wegen eines Braunschweiger fünf-Uhr-Tees und einer "groben fetten" das Training sausen ließ. So nicht, Jungs!

Chef



Mo, 26.04.04
Es hat halt nicht gepasst - Jedoch würden nur Kritiker ohne Weitsicht das nicht gewonnene Spiel gegen den FC Bülent als "verpatzt" bezeichnen, denn gute Ansätze waren zwar nicht überirdisch häufig, aber wenn, dann umso funkelnder bei unseren engagierten, wenn auch gesundheitlich angeschlagenen Kosmonauten zu sehen. So ging das sicherlich schönste Tor der Partie auf das Haben-Konto des Raumfahrer-Bureaus. Eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt! Insbesondere die zweite Halbzeit, bei der lediglich weniger als ein Drittel der Tore - durch für die Gegner sehr glückliche Umstände - zustande kamen, zeigte, dass noch mehr Eigenschaften als nur Potenzial (nämlich Elan, Spielfreude, Engagement, Feuer, Ballkontakt, uvm.) in der Mannschaft stecken, die durch intensive Trainingseinheiten geweckt werden können, müssen und werden. Der relativ nicht uneindeutig ausgefallene Endspielstand macht uns für die folgenden Spiele jedoch zum krassen Außenseiter, in dessen Rolle wir uns sicherlich sehr wohl fühlen und aus der heraus wir noch einige Raketen zünden werden: dann, wenn es zählt. Es gibt so manches zu tun - packen wir`s an!

Live vom Spielfeld



Do, 22.04.04
Wer siegt gewinnt - Getreu diesem Motto, getreu dieser brasilianischen Lebensart, startet das Kosmonautenbureau in die Saison 2004. Mit Kopf-, Bein- und wenn es sein muss auch mal mit Handarbeit wird sich die aus Top-Spielern bundesweiter Liebhaberclubs (FSV "Kranich" Kiel, Vfb Heckershausen uvm.) zusammensetzende Mannschaft "hau-den-Lukas"-artig an die Spitze der Tabelle katapultieren. Wenn nicht, wackelt mein Stuhl und Personalfragen bringen bekanntlich Unruhe. Ein drängender Sturm, ein breites Mittelfeld und eine beharrliche Abwehr lassen auf spannende Spiele hoffen. Bleibt noch: Roll it, baby, rollen wird es auf jeden Fall, entweder Bälle ins gegnerische Tor oder Köpfe.
Euer Papa Coach.